BIOS - Bioenergy
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Allgemeine Informationen und Marktentwicklung

Pellets - Ein stark wachsender Markt in Österreich, Europa und weltweit

Allgemeines

Seit dem Jahr 2000 werden von BIOS nationale und internationale F&E-Projekte im Bereich verdichteter biogener Brennstoffe (Pellets und Briketts) in Kooperation mit dem Institut für Prozess- und Partikeltechnik (IPPT) der Technischen Universität Graz bearbeitet. Die Schwerpunkte liegen dabei in folgenden Bereichen:

  • Analyse und Charakterisierung von Pellets
  • Entwicklung von Pelletsfeuerungstechnologien
  • CFD-gestützte Modellierung / Entwicklung von Pelletsfeuerungsanlagen
  • Charakterisierung und Reduktion von Feinstaub aus Pelletsfeuerungsanlagen

Neben diesen F&E-Aktivitäten führt BIOS Planungen von Pelletsproduktionsanlagen durch.

BIOS ist über die Internationale Energieagentur, Bioenergy Agreement, Task 32, „Biomass Combustion and Co-firing” außerdem international gut mit den wichtigsten Pelletsproduktions- und -verbrauchsländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Kanada, Niederlande, Schweden) vernetzt. Darüber hinaus hat BIOS im Rahmen einer Kooperation mit der Internationalen Energieagentur, Bioenergy Agreement, Task 32, „Biomass Combustion and Co-firing” im Jahr 2010 das internationale Pelletshandbuch in englischer Sprache mit dem Titel „The pellet handbook – the production and thermal utilisation of biomass pellets“ veröffentlicht.

Entwicklung von Pelletsproduktion, -verbrauch und -produktionskapazität in Österreich von 1995 bis 2008

Informationen zum Pelletsmarkt in Österreich

Mit Pellets steht in Österreich etwa seit 1997 ein biogener Brennstoff zur Verfügung, der hinsichtlich seiner Einsetzbarkeit in vollautomatischen Feuerungsanlagen mit Öl oder Gas verglichen werden kann. Daher und aufgrund der Konkurrenzfähigkeit, die sich durch den steigenden Ölpreis ergibt, unterliegt der Pelletsmarkt einem rasanten Wachstum. Im Jahr 2007 wurden in Österreich bereits ca. 700.000 Tonnen Pellets produziert, im Jahr 2008 wurde ein leichter Rückgang der Pelletsproduktion auf 620.000 Tonnen Pellets verzeichnet (siehe untenstehende Abbildung). Österreich ist damit trotz seiner kleinen Fläche unter den sechs größten Pelletsproduzenten weltweit.

Auch die Anzahl der installierten Feuerungsanlagen im Kleinanlagenbereich (Kesselnennleistung < 100 kWth), in dem sich der Pelletsmarkt in Österreich derzeit hauptsächlich abspielt, stieg stark an. Der erste Einsatz von Pelletszentralheizungsanlagen fand im Jahr 1997 mit rund 400 installierten Anlagen statt. Im Jahr 2008 betrug die Anzahl neu installierter Pelletszentralheizungen über 11.000 Stück. Insgesamt sind in Österreich mit Ende 2008 bereits mehr als 62.000 derartige Anlagen installiert. Hinzu kommen noch rund 20.000 installierte Pelletskaminöfen, die in der Regel als Zusatzheizung fungieren.
Prognosen gehen von einem weiteren starken Anstieg sowohl der Pelletsproduktion als auch der Anzahl der installierten Pelletsfeuerungsanlagen in Österreich aus.
Neben dem Einsatz von Pellets in Kleinfeuerungsanlagen ist zukünftig auch der Einsatz in mittelgroßen Anlagen und Großanlagen in Österreich denkbar, was aufgrund der Homogenität und der Energiedichte des Brennstoffes prinzipiell interessant erscheint, wenn die Pelletskosten gesenkt werden können (eine Industriequalität könnte für dieses Marktsegment von Interesse sein). Erste Ansätze und Entwicklungen in diese Richtung zeigen sich bereits. Im internationalen Vergleich ist der Einsatz von Pellets in solchen Anlagengrößen bereits Standard, beispielsweise in Schweden.

Informationen zum internationalen Pelletsmarkt

Entwicklung der Pelletsproduktion im internationalen Vergleich

Hinsichtlich der Pelletsproduktion befinden sich die größten Märkte in Kanada, Schweden, Deutschland, den USA, Russland und Österreich (siehe untenstehende Abbildung). Die größten Pelletsverbraucher sind die USA, Schweden, die Niederlande, Dänemark und Italien (mit abnehmenden Mengen in den angeführten Reihenfolgen). Auf Basis des spezifischen Pelletsverbrauches pro Einwohner stellen Schweden und Dänemark die größten Pelletsverbraucher dar, gefolgt von den Niederlanden und Belgien. In den beiden letztgenannten Ländern werden Pellets praktisch ausschließlich in Großkraftwerken verfeuert.
Interessant ist die unterschiedliche Entwicklung einzelner Pelletsmärkte. Während in manchen Ländern die Pelletsnutzung vorwiegend im Kleinanlagenbereich erfolgt (z.B. Österreich), werden in anderen Ländern vorwiegend mittelgroße Anlagen und Großanlagen mit Pellets befeuert (z.B. Schweden). Weltweit betrachtet werden rund 55% bis 60% der Pellets im Kleinanlagenbereich eingesetzt und 40% bis 45% im Mittel- und Großanlagen- sowie im Kraftwerksbereich.
Summiert man die Pelletsproduktionsmengen aller Länder, ergibt sich für Europa (ohne Russland) eine gesamte Pelletsproduktionsmenge von rund 7,4 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr und weltweit von rund 11,6 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr. Die Summe der Verbräuche der einzelnen Länder ergibt für Europa (ohne Russland) ca. 8,6 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr und weltweit rund 11,8 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr (Datenbasis 2006 bis 2008).